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Das Team neben dem Team

Die fünfte Liga, in diesem Fall die NRW-Liga, fordert schon einen enormen Aufwand, damit ein Verein vernünftig dargestellt wird und damit es im Verein gut läuft. Der VfB 48/64 Hüls hat dafür ein Team neben dem Team, welches sich um alle anstehenden Arbeiten kümmert und die Spieltage und das Drumherum vernünftig abgearbeitet werden können, was der NRW-Liga auch würdig ist.

VfB-Boss Horst Darmstädter lässt dabei auch keine Möglichkeit aus, zu erwähnen, dass es ohne die Leute an seiner Seite niemals so gut für den Verein laufen würde. Das lässt der “Mr. Badeweiher” seine Mitarbeiter auch oft spüren. “Auch wenn ich pausenlos für den Verein da bin, ohne meine Leute wären wir nicht da, wo wir heute sind. Wer für den VfB was Gutes tut, bekommt auch Gutes vom VfB zurück”, ist die Philosophie von Darmstädter.

Fanarbeit - Öffentlichkeitsarbeit - Pressearbeit

Stefan Berger (Public Relations, VfB 48/64 Hüls e. V.)

Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim VfB Hüls sind Pressesprecher Stefan Berger und VfB-Fotograf Ralf Haselbach zuständig. Unter der Woche wird der Kontakt zu den Medien gepflegt, Spieler für Interviews und Geschichten vermittelt, Anfragen an das große VfB-Fotoarchiv bearbeitet, sowie die Anfragen anderer Vereine und die Homepage des Vereins gepflegt. “Seit Olaf Thon weg ist, ist es etwas ruhiger geworden, aber wir haben immer noch genug Arbeit, die uns fast täglich irgendwie beschäftigt”, so Berger. Der Spieltag geht für ihn aber dann schon spätestens am Donnerstag los. “Dann kontaktieren wir noch einmal den kommenden Gegner für die letzten Infos zur Mannschaft oder aber zu den Besonderheiten, was die Fans angeht um eventuell noch letzte Dinge mit unserem Sicherheitsbeauftragten und der Polizei zu besprechen. Dann machen wir den ausführlichen Vorbericht zum Spiel auf der Homepage und versorgen dann damit schon einmal die Medien, die das Spiel ja dann am Freitag bearbeiten. Da gehen schon einige Stunden für drauf. Abends ist dann immer Vorstandssitzung. Damit ist der Donnerstag dann dem VfB überlassen”, berichtet Berger. Den richtigen Stress haben dann Berger und Haselbach aberdann am Sonntag.

Vereinsfotograf Haselbach

Ralf Haselbach (Fotograf des VfB 48/64 Hüls e. V.)

“Schöner Stress, der Spaß macht”, betont Berger aber dabei und erläutert mal schnell, wie ein Spieltag so aussieht: ” Insgesamt warten dann gut zwölf Stunden Arbeit auf uns. Vorbereiten und die Durchführung des Liveticker, Pressekonferenz, Berichterstattung auf der Homepage, Ralf Haselbach macht in der Zwischenzeit gut 500 bis 1000 Fotos. Auf der Rückfahrt von Auswärtsspielen fängt Ralf dann schon im Bus an, Fotos zu sortieren und zu bearbeiten. Wenn wir dann zuhause sind, lädt er diese für mich hoch und ich mache mich an die Berichte für die Homepage. So ein Sonntag endet dann, gerade nach Auswärtsspielen für uns erst gegen 23 Uhr, nach Heimspielen gegen 21 Uhr. Da haben andere schon das eine oder andere Bier getrunken. Manchmal würde ich schon gerne mal wieder einfach nur ein Fußballspiel sehen und mit Leuten quatschen, aber die Arbeit macht auch riesig Spaß.”

Eine Macke hat er dann auch im Laufe der Jahre schon dabei entwickelt. Berger steht stets hinter dem Tor, auf welches der VfB spielt. Montags wird dann mit einigen Medienvertretern über das Spiel geredet und es gibt dann noch die Randgeschichten zu den Spielen auf der Homepage. Damit ist der Vormittag auch schon vorbei. Nebenbei werden dazu auch immer noch andere Aufgaben erledigt, die so anstehen.

Ralf Haselbach hält dann unter der Woche das große VfB-Fotoarchiv auf dem neuesten Stand. “Viel Arbeit. Fotos aussortieren, bearbeiten, archivieren. Das ist viel zeitintensiver Kleinkram”, so Haselbach. “Dienstags und Mittwochs sind dann unsere eigentlichen freien Tage beim VfB, wenn nichts besonderes ansteht. Aber auch nicht so wirklich. Mittwochs gehen Stefan und ich bei den Alten-Herren trainieren und sind somit ja auch wieder am Badeweiher”, lacht Haselbach.

Dazu noch die stillen Helfer der beiden im Hintergrund. Hier haben sogar die Helfer Helfer. Da wäre Matthias Tatsch, der sämtliche Statistiken über die Spiele führt und damit auch die kleine VfB-Datenbank, auf die auch die Trainer mal gerne zurückgreifen. Dazu überwacht er das VfB-Forum im Internet mit und bearbeitet mit Berger und Haselbach die Facebookseite des VfB. Die Tochter von Ralf Haselbach, Lisa, filmt für Trainer Martin Schmidt das eine oder andere Spiel über 90 Minuten oder springt mal für ihren Vater ein, wenn der nicht kann.

Dazu gibt es aber noch viel mehr Leute, die fast rund um die Uhr beim VfB im Einsatz sind. Rosi Dobersek wäscht die Trikots und die Trainingssachen am Badeweiher, Betreuer Günter Wunschick ordnet diese wieder ein, sorgt für Getränke und gute Laune im Team. Das Catering-Team kümmert sich um Bestellungen und Lieferungen, der Physio Maik Kuzaj behandelt die Spieler. VfB-Sekretärin Martina Vollmer besetzt mit Horst Darmstädter und Dieter Most unter der Woche die Geschäftsstelle und erledigt den anstehenden Schriftkram des Vereins. Dazu sind Darmstädter und sein Stellvertreter Wolfgang Muth ständig auf der Suche nach neuen Sponsoren und Geldquellen.

Achim Kanotwosky steht als Sicherheitsbeauftragter ständig im Kontakt mit dem Verband, den anderen Vereinen, der Polizei und der Security und Detlef Hugo überwacht die Konten des Vereins. Dazu die beiden Wirtsleute Diego und Judith Gomez, die an sechs Tagen in der Woche das Clubhaus geöffnet haben und alle mit Getränken und Speisen versorgen. Nicht zu vergessen, die vielen “stillen” Helfer im Hintergrund, die sofort da sind, wenn es was anzupacken gibt. “Wenn ich so schaue, was hier einige Leute täglich für den Verein leisten, dann könnte man schon problemlos drei bis vier Vollzeitstellen einrichten. Aber das Geld braucht der Verein an anderer Stelle. Der VfB vergisst trotzdem nicht, seine Helfer entsprechend zu belohnen und zu motivieren”, so Berger.

Horst Darmstädter bekommt funkelnde Augen, wenn er an seine VfB-Familie denkt und ist dabei mächtig stolz: “Für uns scheint nichts unmöglich zu sein. Wir konnten sehr kurzfristig mitten in der Woche ein Juniorenländerspiel ausrichten und bekamen danach viel Lob vom DFB. Unser Heimspiel letzte Saison gegen RW Essen war ausverkauft und die RWE-Fans wählten dieses trotz Niederlage zum besten Auswärtsspiel der Saison. Woanders bekamen die zur Halbzeit schon kein Bier und keine Wurst mehr. Bei uns waren die noch eine Stunde nach dem Spiel da. Dazu war unser Ordnungsdienst, die Security und die Polizei vorbildlich. Über 2.000 Gästefans muss man ja auch erst mal bewältigen. Ähnliche Rückmeldungen gab es auch aus Köln oder Siegen. Das alles schaffen wir ohne fremde Hilfe. Das macht mich verdammt stolz und ich bin mehr als dankbar, so tolle Leute im Verein zu haben.” Es macht den Eindruck, als wäre keine Aufgabe für den VfB unlösbar. Die Helfer im Verein sind mindestens soviel wert wie die Mannschaft.

Alleine dafür hat der VfB eigentlich höhere, sportliche Aufgaben verdient. “Viele unserer Spieler könnten woanders mehr Geld bekommen oder sogar höher spielen. Aber die meisten sind gerne hier und bleiben hier. Sie wissen unser Umfeld, die Bedingungen und den Verein zu schätzen. Hier ist man halt sehr schnell ein richtiges Familienmitglied und bekommt dies auch zu spüren. Genau das ist auch unsere Basis für die tolle, erfolgreiche Arbeit, die wir hier seit vielen Jahren leisten. Geld ist eben doch nicht immer alles”, schließt Darmstädter die Sache ab, obwohl er davon oft etwas mehr gebrauchen könnte. Bleibt die Frage, wie man das so alles nebenbei schafft. “Das ist unser Geheimnis. Aber der Verein vergisst auch nicht, wer noch hinter den Leuten steht. Das macht vieles einfacher. Mit der Zeit weiß man sich dann halt die Zeit neben dem normalen Berufsleben und der Familie einzuteilen. Und die zieht bei fast allen Helfern auch noch mit. Der Horst bekommt hat sie halt alle mit seinem rauen Charme um. Aber das alles bezog sich nur auf die Arbeit bei der ersten Mannschaft. Es gibt aber auch immer wieder an anderen Stellen im Verein Dinge, wo man anpackt oder Hilfestellung gibt. Ich habe aber noch nie eine so große Gemeinschaft kennengelernt, wo sich auch wirklich alle mögen und respektieren. Richtig Zoff gab es noch nie. Da ist man manchmal schon froh, wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gibt, denn die pure Harmonie macht mir manchmal etwas Angst”, erzählt Berger. Der ist aber, wie viele Leute, dann im Sommer und im Winter froh, wenn mal Pause ist. Verdient. “Aber nach zwei oder drei Wochen vermisst man dann den Sonntag schon. Wir sind eben auch echte Fußballjunkies“, schließt Haselbach ab.